Investieren in Neuseeland
Der Geldmarkt in Neuseeland – ein Überblick
Auch im kleinen und abgelegenen Neuseeland hat die Globalisierung Einzug gehalten und viele Möglichkeiten zur Geldanlage werden in gleicher oder ähnlicher Form auch in Europa genutzt.
Trotzdem ist es wichtig, sich der Unterschiede bewusst zu sein, um Fallen zu vermeiden und sich bietende Gelegenheiten zu nutzen.
Grundsätzlich werden Anlagen in Cash, Bonds, Aktien, Immobilien-Fonds oder alternativen Anlagen ( z.b.Hedgefunds ) getätigt.
Cash + Bonds
Hier liegen die grössten Unterschiede zum europäischen Markt, Neuseeland ist traditionell einHochzinsland und zieht gerade deshalb ausländische Investoren an.
Zur Zeit leidet aber auch Neuseeland unter der internationalen Finanzkrise und auch die Reserve Bank folgt dem Beispiel der ECB und Fed und reduziert Leitzinsen um die Wirtschaft zu stimulieren. So fiel die OCR von 8.25% in 2008 auf mittlerweile 2.50% ( Mai 2010) . Eine erste Anhebung wird aber bereits Mitte 2010 erwartet.
In Neuseeland spielen neben den Banken sogenannte Finance Companies eine wichtige Rolle in der Finanzierung von Immobilien, sowie in der Verbraucher- und Firmen-Finanzierung.
Diese Firmen haben für den Anleger ein höheres Risiko, bieten aber dementsprechend auch höhere Zinssätze. In den letzten 2 Jahren fand eine lange überfällige Markt-Konsolidierung statt.Über 30 Firmen mit zusammen mehr als 1 Milliarde Anlagevermögen haben Konkurs angemeldet.
Unsere Anlagepolitik ist dementsprechend noch konservativer als bisher – nur Firmen mit einem Rating von Standard&Poors, Moody oder Fitch sind in unserem Angebot, diese Firmen bieten eine gute und sichere Alternative zu den Banken.
Aktien
Anders als in Deutschland ist das Investieren im Aktienmarkt in Neuseeland relativ verbreitet. Wie in Europa und den USA sind die „managed funds“ beliebt, die Investoren Gelder gesammelt in ein Aktien-Portfolio anlegen. Neben den internationalen Funds die auch in Europa für Investoren zugänglich sind, werden in Neuseeland Funds angeboten, die sich auf neuseeländische und australische Aktien spezialisieren. Gerade der australische Markt ist in Europa wenig beachtet – bietet aber mit seinen gigantischen Rohstoff-Reserven und einer starken Volkswirtschaft mit ausgezeichneten Verbindungen in den asiatischen Raum eine ausgezeichnete Diversifikation zu Investments in anderen Märkten.
Neben den Funds sind auch direkte Investments in Aktien weit verbreitet. Ein wichtiger Grund dafür ist,dass viele neuseeländische und australische Unternehmen traditionell einen grösseren Prozentsatz der Gewinne als Dividende ausschütten und Investoren Aktien dementsprechend als Anlage zur Erzielung von Einkommen UND Wachstum betrachten. Regelmässige Dividenden von 5% und mehr sind keine Seltenheit.
Wer an Investments in Funds interessiert ist und diese von Europa kennt, wird hier erfreut feststellen, dass die in Europa oft ueberzogenen ( und versteckten!) Gebuehren wesentlich niedriger sind.
Immobilien-Fonds
Hier gelten die gleichen Prinzipien wie im Aktienmarkt.Neuseeländer haben traditionell ein Faible fuer Immobilienanlagen. 70% aller Neuseeländer besitzen ihr eigenes Haus – ein wesentlich höherer Prozentsatz als in Deutschland. Viele Neuseeländer besitzen Mietobjekte oder sind über Fonds an Immobilien der verschiedensten Art beteiligt.
Das Verhältnis zwischen Kaufpreis und Mietertrag ist wesentlich günstiger als in Europa ,auch wenn sich die Hauspreise in den letzten 5 Jahren in Neuseeland mehr als verdoppelt haben, und Erträge von bis zu 9% sind die Regel.
Auch im Immobilenmarkt sind viele Anleger in Australien mit seiner wesentlich grösseren Volkswirtschaft investiert.
Das Kursrisko muss natürlich gerade bei Anlagen aus Europa berücksichtigt werden. Neuseeland mit seiner kleinen Ökonomie ( nur 4 Mio Einwohner!) weisst naturgemäss stärkere Wechselkursschwankungen auf als die grossen Währungen, während der australische $ stabiler ist.
Trotzdem sind die hohen Zinserträge eine gute Alternative wenn Gelder längerfristig, d.h.mindestens 3-5 Jahre, angelegt werden können. Falls Gelder zu einem bestimmten Zeitpunkt in Euro benötigt werden, ist von einem Investment in aller REgel abzuraten, da das Wechselkursrisiko zu hoch ist.
Fonds und alternative Investments wie Hedgefunds haben zudem in der Regel wesentlich geringere Gebühren als in Europa was natürlich den Ertrag erhöht.
Gezielte Investitionen in den neuseeländischen und australischen Markt schaffen ausserdem eine gute Diversifikation zu den in Deutschland angebotenen Investments, die inder Regel auf die grossen Märkte in USA, Europa und Asien fokusiert sind.
Für den Einwanderer, der seine Lebensersparnisse umwechselt, ist es wichtig, den Wechselkurs genau zu beobachten, Schwankungen von 10% und mehr innerhalb eines Jahres sind keine Seltenheit! Viele Banken bieten Tagesgeldkonten in Euro an, ein Transfer kann dann erfolgen, wenn der Wechselkurs günstig ist. Ein genauer Vergleich lohnt sich und kann Tausende sparen.

